Die
Geschichte der Straßenbahn in Freiburg beginnt bereits vor der
Jahrhundertwende, als einige Herren der Stadt beschlossen, dass
ungenügende Pferdebussystem durch eine Pferdestrassenbahn zu ersetzten.
Es gab
Pläne für ein komplettes Pferdebahnnetz, eingleisig mit Ausweichstellen.
Das Netz war ähnlich aufgebaut wie wir es heute kennen. Allerdings
sollten die Schienen durch die schmale Rathausgasse führen.
Freiburg
entschied sich dann aber dich für eine Moderne Lösung, DIE ELEKTRISCHE
STRASSENBAHN. Problem war, dass die Stadt damals über kein
Elektrizitätswerk incl. Netz verfügte.
So wurde im Jahre 1900 der Beschluss zum Bau eines Elektrizitätswerkes und einer
Elektrischen Straßenbahn gefasst.
Diese sollte dann auch der Größe
Verbraucher sein.
Bereits im
Jahre 1901 konnte die erste Linie A Rennweg - Wonnhalde in
Betrieb genommen werden.
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Die
ersten Triebwagen kamen aus Hannover von der Firma
HAWA. Es waren 27
2achsige Triebwagen und 4 Beiwagen, von denen 3 als Sommerwagen in
offener Bauart ausgeführt waren.
Die Wagen waren mit offenen Plattformen
und hatten 2 Stirnlampen.
Lackiert waren die Wagen in typischen
Straßenbahnbeige, hatten aber die Seitenflächen mit Mahagoniholz
verkleidet, auf denen das Stadtwappen erhaben prangte. Dieser Stil
sollte bis zum zweiten Weltkrieg beibehalten werden, allerdings wurden
die Frontpartien später ( ab ca. 1914) verglast und nur eine Stirnlampe
eingebaut.
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Bis zum
ersten Weltkrieg war das Netz auf 5 Linien angewachsen.
Zwischen
den Kriegen verhinderten Inflation und die ersten Busse einen Ausbau des
Netzes. Die
Linie 6 wurde von der Goethestr. zur Lorettostr.
Zurückgezogen.
Als
1935 die Höllentalbahn neu trassiert wurde und der Wieherbahnhof als
Hauptanlaufpunkt wegfiel wurde die Linie ganz eingestellt. Die
Betriebsanlagen wurden aber weiter genutzt, um in den Betriebshof Süd in
der Urachstraße einzufahren. Im zweiten Weltkrieg ging die Linie 6 wieder
in Betrieb weil aufgrund der Treibstoff- und Reifenknappheit der
Busbetrieb ausgedünnt wurde.
1959 war dann endgültig Schluss für die Straßenbahn durch die Wiehre,
die letzten Jahre diente die Stracke nur noch für die Theaterwagen zur
Einfahrt in den Betriebshof-Süd sowie für diverse Betriebsfahrten. Die
letzten Gleise wurden 1977 aus der Hildastraße entfernt.
Der
Krieg ging auch an der Straßenbahn in Freiburg nicht vorbei, einige
Wagen überlebten den Bombenhagel von 1944 nicht. Die Oberleitung
lag am Boden, die Gleise waren mit Schutt überlagert. Ein Betrieb war
nur noch in Teilstücken möglich.
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2.Etappe
Kriegszerstörung
Wiederaufbau Neubauwagen Stilllegungen Autowahn der 60er Jahre
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Als nach
dem Krieg alles danieder lag, nutzte die Straßenbahn diese Zwangpause um
den Wagenpark wieder instand zu setzten. Bereits im Jahre 1945 fuhren
schon wieder die ersten Linien unter anderem Schwabentor-Littenweiler,
dieser Teil blieb vom Bombenhagel verschont. Die französischen Besatzer
hatten Interesse daran das der Betrieb wieder voll Einsatzfähig wird.
Damals wurde mit allem gefahren was Räder hatte. Waren keine Scheiben
mehr in den Wagen dann tat es auch Sperrholz oder Pappe.
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1949
wurden die alten
Beiwagen mit neuen Aufbauten versehen. Die schöne
Mahagoniholzverkleidung an den Seiten waren verschwunden. Tristes Creme
beherrschte das Bild.

Der Verbandstyptriebwagen. Bild: Peter Burgenmeister
1951 tauchte mit dem
Verbandstyp der erste Neubau auf. Der Verbandstyp war aber keineswegs
eine Neuentwicklung. Der Typ basiert in wesentlichen auf dem KSW-Wagen
der 30-40ger Jahre.Wenn man
bedenkt, dass in den USA schon in den 30ger Jahren im Einmannbetrieb und
mit automatischen Falttüren gefahren wurde ist der Verbandstyp kein
Meilenstein in der Straßenbahnentwicklung.1953
wurden dann noch einige der alten
HAWA Triebwagen zu Beiwagen umgebaut.
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1959
kam mit dem ersten
Gelenkwagen nun auch der Fortschritt nach Freiburg.
Allerdings waren die Wagen Herkömmliche Verbandstypen mit einem
aufgesattelten Nachläufer und Automatischen Falttüren. Eine richtige
Revolution waren auch diese Wagen nicht. Bei einer Stückzahl von nur 3
Wagen und der Stilllegung der Linie 5 Haslach-Herden 1961 könnte man
vermuten das der Straßenbahn in Freiburg keine allzu große Zukunft
zugesagt wurde.

Der 4-achsige Gelenktriebwagen "GT4" Bild:
Klaus Rothenhöfer
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Als aber
1962 die Kurzgelenkwagen vom Typ
GT4 in Freiburg eintrafen war
diese Hypothese verworfen.
Die
Stadt Freiburg schaute sich wohl nach einem Leistungsfähigen Typ um und
wurde in Stuttgart fündig. Der GT4 war da.
Der Typ
Freiburg unterscheidet sich jedoch vom Stuttgarter durch seine
Zweirichtungsausführung und die Fehlende Traktionsfähigkeit.
In den
Verkehrsspitzen wurden die alten Verbandstypbeiwagen den Fahrzeugen
angehängt. So wurde bis 1981 gefahren.
Es
wurden 19 Wagen angeschafft, die zweitgrößte Beschaffung seit bestehen der
Straßenbahn.
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3 .Etappe
Stadtbahnplanung / Der GT8 Geamatic
kommt!
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Um 1971
schlug dann das letzt Stündlein für die Straßenbahn, in
einer Zeit, in der es zum guten Ton gehörte sich auf der
Autobahn zu Tode zu rasen, 30 Zonen Hirngespinste und
Umweltschützer Staatsfeinde waren, hatte die
Umweltfreundliche Straßenbahn keinen Platz mehr.
Vielmehr sollten die Städte autofreundlich umgestaltet
(verschandelt) werden. Doch Freiburg sollte nicht zum
Opfer dieser Pläne werden, es kam ganz anders.

Der GT8 "Geamatic" Bild: Florian Fuss
Auf
einem Küchentisch irgendwo in Freiburg wurde eine Straßenbahn
entwickelt, die mit nur einer Person Personal über 200
Fahrgäste
transportieren könnte. Somit war die Straßenbahn wieder
rentabler als der Gelenkbus.
Der
GT8
Geamatic war geboren.
Dreiteilige Straßenbahnen gab
es ja schon, aber 3teiler mit 30 Meter, das war neu.
Durch
das verlegen der Jakobsdrehgestelle unter die mittlere Einheit, also ein
TW4 in der Mitte, konnte die Länge auf 30 gesetzt werden ohne die
Hüllkurve (Lichtraumprofil in der Kurve) zu
überschreiten.
1971 war
es dann soweit Wagen 201 machte sich auf den Weg von der Hornusstr. nach
Littenweiler.
Mit
Indienststellung der 4 GT8 Triebwagen konnten die 3Wagenzüge aus
Verbandstypen endlich aus dem Liniendienst genommen werden.
Eine
Fußgängerzone und der Beschluss zum Bau einer Stadtbahn machten die
Pläne der 60/70ziger Jahre einer Autogerechten Stadt ohne Straßenbahn
zunichte.
1978
erster Spatenstich für die Stadtbahn nach Landwasser. Nach vielen
Debatten und Gutachten über Hochbahn. U-Bahn vom Theater zum
Runzmattenweg und Kabinen Taxi (CAT) ging es nun an die Arbeit.
1981 kam
eine weitere Serie
GT8 Wagen nach Freiburg, um für den Ausbau des Netzes
genug Fahrzeuge bereit zu haben. Mit eintreffen der GT8 Wagen Nr.
205-214 könnten
die schon lange nicht mehr zeitgemäßen Verbandstypbeiwagen abgestellt
werden. Zudem trugen die Wagen auch noch die neuen Farben des
Verkehrsbetriebs, rot weiß. 1991 kam eine Weitere Serie mit
Niederflurmittelteil dazu.
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1983
wurde das erste Teilstück zur Paduaallee eröffnet, 1985
war dann Landwasser erreicht, sowie ein Anschluss ab
Runzmattenweg nach Weingarten / St.Georgen-Haid gelegt.
Es
sollte jedoch bis 1994 dauern bis die ersten Bahnen auf die Haid durch
Weingarten rollten. Sogar ein Hochhaus musste weichen.
Ursprünglich war geplant, und schon finanziert, die Bahn über die Haid
bis nach St-Georgen zum Friedhof zu führen.
Irrationales Denken in den Köpfen einiger einflussreicher Personen im
Bürgerverein sowie im Pfarrgemeinderat St-Georgen machten diese Pläne
zunichte. Für die
neue Linie auf die Haid brauchte man wieder neue Wagen.
Der
GT8Z kommt.
Bassierend auf dem GT8 Wagen wurde nun ein
Zweirichtungsniederflurfahrzeug konstruiert, daß auch auf den Linien mit
Gleisstumpf verkehren konnte.
Das Ende
der GT4 war gekommen.
Mit 26
Stück war der GT8Z jetzt eine der größten Beschaffungen. Das Netz
wurde zügig ausgebaut als die Stadt beschloss im Rieselfeld einen neuen
Stadteil zu errichten, wurde die Tram gleich miteinbezogen. 1997
fuhr die erste Bahn ins Rieselfeld.
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4.Etappe Combino
+ Ausbau des Stadtbahnnetzes
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Kaum war die Rieselfeldlinie fertig, liefen die
Planungen für die Erschließung von Haslach auf
Hochtouren.
2002 konnte der
erste Abschnitt bis zum Pressehaus eröffnet werden 2004 folge dann der
Lückenschluss bis zur Johanneskirche.
Wieder war es an
der Zeit Fahrzeuge zu beschaffen zuerst wurde überlegt noch einmal eine
Serie Z-Wagen aufzulegen, dies wurde aber verworfen.
In der
Zwischenzeit hat sich der Strassenbahnmarkt verändert der 100%
Niederflurwahn war ausgebrochen. Ergebnis war ein Multigelenkfahrzeug.
Der
Combino
kommt.
Heute gehören diese
Riesenschlangen zum alltäglichen Bild in Freiburg.
.JPG)
100 % Niederflur - Der
COMBINO. Bild: Dieter Plocher
2006 war es dann
wieder soweit,
der Stadtteil Vauban bekam seine Strassenbahn,
Gleichzeitig wurde
das Liniennetz völlig neu geordnet.
Heute gibt es in Freiburg 4
Stadtbahnlinien.
Damit sind wir am
Ende unserer Kurzgeschichte über die Straßenbahn in Freiburg.
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Die heutige Straßenbahnflotte finden Sie
bald im Bereich "Fahrzeuglisten".
Unser
Tipp: Erwerben Sie
den Film "Die Geschichte der Freiburger
Straßenbahn" vom EK-Verlag.
NVB Geheimtipp:
Stadtbahn-Impressionen ein Film von
Siegfried Spenke. Eine Liebeserklärung
an die Freiburger Straßenbahn. Bei
Interesse fragen sie Uns.
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Fachbegriffe
TW2
Straßenbahntriebwagen mit 2 Achsen
BW2 Straßenbahnbeiwagen (Anhänger) mit 2 Achsen
Drehgestell 2 Achsen zusammen in
einem kleinen Rahmen mit Drehpunkt an der Karosserie befestigt.
Maximum Triebwagen
Straßenbahntriebwagen mit Drehgestellen,
4 Achsen größtmögliche Länge, nur 2 Achsen angetrieben.
Verbandstyp Verband des Öffentlichen-Nahverkehrs in Deutschland VÖV entwickelt
Standard-Fahrzeuge für Verkehrsbetriebe.
Traktionsfähig
Traktion ,mehrere angetriebene
Fahrzeuge hintereinander von einem Führerstand aus gesteuert.
Sattelgelenkwagen
Gelenktriebwagen bei dem das Hinterteil wie beim Sattel-LKW ohne
Antrieb aufgesattelt ist..
Gelenktriebwagen
Triebwagen mindestens einem
Gelenk. Das Gelenk ergibt eine bessere Kurvengänigkeit.
GT4--------------------------------------Gelenktriebwagen 4 Achsen
GT8--------------------------------------Gelenktriebwagen 8 Achsen
GT8Z------------------------------------Gelenktriebwagen 8 Achsen in
beide Richtungen fahrbar.
Combino Straßenbahnen die man wie ein
Baukasten (LEGO) auf Kundenwunsch schnell zusammenbauen und liefern
kann. Lange Wartezeiten und Sonderkonstruktionen sollen dadurch
vermieden werden.
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